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Falkenkamera

Das Heizkraftwerk Römerbrücke – ein Zuhause für Wanderfalken

Im Jahr 1993 wurde im Zuge der Kaminsanierung des Kraftwerkes Römerbrücke eine Nisthilfe für Wanderfalken installiert. Sie befindet sich ungefähr auf halber Höhe des Kamins (67 m) und ist von der Ostspange aus gut zu sehen.

Der Blick ins Wohnzimmer

Seit 2015 können Vogelliebhaber mit unserer Kamera einen Blick in die „Gute Stube“ des Wanderfalken werfen. Wir wünschen viel Spaß.

Ein Tagebuch zur Brutsaison 2020 sowie eine Rückschau auf die vorherigen Jahre sind weiter unten zu finden.

Nisthilfe am Schornstein des Heizkraftwerks Römerbrücke
Klicken Sie hier zur Vollansicht

Die Nisthilfe – gelebter Tierschutz

Das künstliche Nest aus Edelstahl bietet dem Wanderfalken Schutz vor Wind und Regen, sowie beste Sicht-, Start- und Landebedingungen.
Sowohl die Anbringung der Nisthilfe als auch die Beleuchtung des Schornsteins wurde in enger Abstimmung mit den Experten des Naturschutzbundes durchgeführt. So kann sichergestellt werden, dass das Nist- und Brutverhalten der seltenen Vögel optimal unterstützt wird.
Energie SaarLorLux unterstützt mit der Nisthilfe die Ansiedelung der unter strengem Artenschutz stehenden Wanderfalken im Saarland. Denn wir nehmen unsere Verantwortung für die Natur ernst.

Der Wanderfalke

Der Wanderfalke ist in Deutschland der größte Falke. Er wird bis zu 45 cm groß, wobei die Weibchen in der Regel deutlich größer sind als die Männchen. Er ist der schnellste Vogel der Welt.

Der Wanderfalke stand in Deutschland kurz vor dem Aussterben. Erst in den 90er Jahren begann sich der Bestand langsam  zu erholen. Der Wanderfalke gehört heute – wie alle heimischen Greifvögel –  zu den streng geschützten Arten.

Wanderfalken sind standorttreu und bleiben das ganze Jahr in ihrem Revier. Viele Jungvögel ziehen häufig im ersten Jahr weg (z.B. in Richtung Südfrankreich), um ihrem ersten Winter zu entgehen. Im Frühjahr kehren sie zurück und suchen sich ein eigenes Revier.

An der Römerbrücke ist schon seit Jahren ein Wanderfalkenpaar heimisch. Fiel ein Partner aus, war immer gleich ein neuer zur Stelle. So haben schon einige Generationen ihr Leben bei Energie SaarLorLux verbracht.

 

Tagebuch der Wanderfalkenfamilie an der Römerbrücke

31. Mai 2020

Nachdem einige Zeit die beiden nur selten zu sehen waren, kann man sie seit etwa 2 Wochen wieder häufig im und am Kasten beobachten. Sie benehmen sich zur Zeit fast wie zu Beginn einer Brut. Sie balzen, sitzen oft zusammen am Kasten, schieben Mulden, vollziehen ausgiebiges Probeliegen in den Mulden, und nicht selten meint man, „Hilde“ würde brüten, besonders Spätnachmittags. Vielleicht sind es die Nachwehen der ausgelassenen Brutsaison.

Aber das Zeitfenster ist geschlossen. Eine Brut, die noch Anfang Juni beginnen würde, kommt bei den Wanderfalken nicht mehr zustande. Anders ist es bei den Baumfalken; die beginnen erst Anfang Juni mit der Eiablage. Deren Jungen werden dann erst Mitte bis Ende August flügge und müssen sich beeilen, dass sie den Abflug im September nach Süden nicht verpassen. Unsere Wanderfalken bleiben hier, wie man an „Hilde“ und „Heinz“ sieht.

 

12. Mai 2020

Seit einigen Tagen machen sich „Heinz“  und „Hilde“ am Kasten rar. Nur selten sieht man „Heinz“ den Nistplatz besuchen. Auch „Hilde“ kommt nur alle paar Tage, um mittags auf dem Außengitter ein kleines Schläfchen zu halten. Warum sie das Interesse am Nistplatz verloren haben, lässt sich nicht so genau sagen. Vielleicht ist der Bruttrieb für dieses Jahr erloschen und sie gehen wieder – wie im Winter – ihre eigenen Wege. Wer weiß?

2. Mai 2020

Genau ein Monat ist vergangen, die Kameraübertragung läuft inzwischen wieder; aber hinsichtlich Nachwuchs von „Hilde“ und „Heinz“ hat sich offenbar nichts getan. Dieses Jahr ist wohl Babypause angesagt. Warum die beiden nicht brüten wollen, lässt sich nicht feststellen. Die Vermutung, dass einer der beiden Altvögel ausgefallen ist, bestätigt sich nicht. Am Abend des 30. April waren „Hilde“ und „Heinz“ im Kasten. Überhaupt sind sie oft hier, so dass die Möglichkeit, dass sie einen anderen Brutplatz gewählt haben, unwahrscheinlich – aber nicht ausgeschlossen – ist. Dazu wären Daueraufzeichnungen aus dem ganzen März und April notwendig, um festzustellen, ob „Hilde“ 30 Tage weg war, um irgendwo anders zu brüten. Wegen einer Übertragungsstörung liegen diese Daten jedoch nicht vor.

Am 30. April abends hat „Hilde“ noch einen Beuterest verzehrt. Gestern Morgen wurde frische Beute – ein Eichelhäher – deponiert, den sie am Nachmittag und heute über Tag alleine gefressen hat. Heute waren beide fast den ganzen Tag zusammen im Kasten, s odass man doch davon ausgehen kann, dass die Beiden nicht anderenorts irgendwelche Familienpflichten haben.

30. März 2020

Leider ist es uns derzeit nicht vergönnt, das Familienleben von Hilde und Heinz mitzuerleben, da die Kameraübertragung ausgefallen ist. Falls die beiden inzwischen Eier gelegt haben, könnten wir ab dem 25. April geschlüpfte Jungen sehen. Wir arbeiten daran, die Kameraübertragung schnellstmöglich wieder zur Verfügung zu stellen.

20. März 2020

Noch immer sieht es so aus, als wenn Hilde und Heinz dieses Jahr Babypause machen wollten  – mit der sie sich viel Zeit lassen. Allerdings war es letztes Jahr auch bereits Ende März als die Eier gelegt wurden. Man sieht beide immer wieder am und im Kasten; Aber das intensive Mulde schieben und Probesitzen konnte noch kaum beobachtet werden. Nun ist es aber auch so, dass man den Beginn des Eierlegens nicht mitbekommt, weil der Brutplatz von der Kastenwand im Vordergrund verdeckt ist. Aber wenn Eier da wären, würde sich Hilde gewiss öfter und länger dort aufhalten.

Geben wir die Hoffnung noch nicht auf und warten, was die beiden nächsten Wochen bringen.

6. März 2020

Noch tut sich nichts in Sachen Eiablage und Brutbeginn. Möglicherweise liegt es am Wetter. Anderenorts liegen schon Eier im Nest, aber „Heinz“ und „Hilde“ zögern noch. Heute Nachmittag standen sie sich nochmal balzend im Kasten gegenüber. Das gibt zumindest die Zielrichtung vor. Aber es heißt zunächst einmal abwarten.

16. Februar 2020

Nachdem fast einen Monat lang die Horstbesuche nur langsam zugenommen haben, sind „Hilde“ und „Heinz“ nun täglich mehrfach im Kasten. Auch Balzvorgänge sind nicht selten. Inzwischen ist es auch sicher, dass „Hilde“ noch die gleiche ist, wie letztes Jahr. Gestern brachte „Heinz“ als Hochzeitsgeschenk einen Star, den „Hilde“ heute im Laufe des Tages gefressen hat. Sie hat auch schon mit dem Schieben einer Mulde begonnen. Der Platz zeigt, dass sie auch dieses Jahr wohl wieder ihre Brut im Sichtschatten der seitlichen Kastenwand anzulegen gedenkt, sodass es erstmal eine zeitlang dauern wird, bis die Zahl der Eier feststeht.

19. Januar 2020
Die Besuche von „Heinz“ und „Hilde“ werden häufiger. Sie sind nun täglich mehrmals zu sehen. Heute fand eine Balz im Kasten statt. „Heinz“ ist noch der gleiche wie letztes Jahr. Ob wir es bei „Hilde“ noch um „Hilde2“ oder um „Hilde3“ zu tun haben, wird die nächste Zeit zeigen. Noch war sie nicht mit allen zur Identifikation notwendigen Körperteilen zu beobachten.

7. Januar 2020

Noch sind die Altfalken selten am Horst.

 

Weitere Fragen an: info@agw-saar.de

Rückschau auf das Tagebuch 2019

Rückschau auf das Tagebuch 2018

Rückschau auf das Tagebuch 2017

Broschüre über die Wanderfalkenbrut 2017

Rückschau auf das Tagebuch 2016

Wer mehr über Wanderfalken wissen möchte findet einiges über Suchmaschinen im Internet oder in der Literatur, bspw:

W. Fischer, „Der Wanderfalk“, Neue Brehmbücherei, 2004
M. Geib, „42 Tage Nestlingszeit, Entwicklungsstadien junger Wanderfalken“, Eigenverlag, 2010
Th. Mebs, „Greifvögel Europas“, Kosmos Verlag, 2014
D. Rockenbauch, „Der Wanderfalke in Deutschland“, Band 1 und 2, Hölzinger Verlag 1998