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Falkenkamera

Das Heizkraftwerk Römerbrücke – ein Zuhause für Wanderfalken

Im Jahr 1993 wurde im Zuge der Kaminsanierung des Kraftwerkes Römerbrücke eine Nisthilfe für Wanderfalken installiert. Sie befindet sich ungefähr auf halber Höhe des Kamins (67 m) und ist von der Ostspange aus gut zu sehen.

Der Blick ins Wohnzimmer

Seit 2015 können Vogelliebhaber mit unserer Kamera einen Blick in die „Gute Stube“ des Wanderfalken werfen. Wir wünschen viel Spaß.

Ein Tagebuch zur Brutsaison 2019 ist weiter unten zu finden.

Nisthilfe am Schornstein des Heizkraftwerks Römerbrücke
Klicken Sie hier zur Vollansicht

Die Nisthilfe – gelebter Tierschutz

Das künstliche Nest aus Edelstahl bietet dem Wanderfalken Schutz vor Wind und Regen, sowie beste Sicht-, Start- und Landebedingungen.
Sowohl die Anbringung der Nisthilfe als auch die Beleuchtung des Schornsteins wurde in enger Abstimmung mit den Experten des Naturschutzbundes durchgeführt. So kann sichergestellt werden, dass das Nist- und Brutverhalten der seltenen Vögel optimal unterstützt wird.
Energie SaarLorLux unterstützt mit der Nisthilfe die Ansiedelung der unter strengem Artenschutz stehenden Wanderfalken im Saarland. Denn wir nehmen unsere Verantwortung für die Natur ernst.

Der Wanderfalke

Der Wanderfalke ist in Deutschland der größte Falke. Er wird bis zu 45 cm groß, wobei die Weibchen in der Regel deutlich größer sind als die Männchen. Er ist der schnellste Vogel der Welt.

Der Wanderfalke stand in Deutschland kurz vor dem Aussterben. Erst in den 90er Jahren begann sich der Bestand langsam  zu erholen. Der Wanderfalke gehört heute – wie alle heimischen Greifvögel –  zu den streng geschützten Arten.

Wanderfalken sind standorttreu und bleiben das ganze Jahr in ihrem Revier. Viele Jungvögel ziehen häufig im ersten Jahr weg (z.B. in Richtung Südfrankreich), um ihrem ersten Winter zu entgehen. Im Frühjahr kehren sie zurück und suchen sich ein eigenes Revier.

An der Römerbrücke ist schon seit Jahren ein Wanderfalkenpaar heimisch. Fiel ein Partner aus, war immer gleich ein neuer zur Stelle. So haben schon einige Generationen ihr Leben bei Energie Saarlorlux verbracht.

Jungvögel gab es in den vergangenen Jahren selten, aus bislang ungeklärten Ursachen. Aber heuer hat wieder einmal geklappt. Der Kasten ist mit zwei Jungvögeln besetzt.

 

Tagebuch der Wanderfalkenfamilie an der Römerbrücke

26. März

Heute war kurzfristig zu sehen, dass ein weiteres Ei hinzugekommen ist. Ob es das 2. oder 3. Ei ist, lässt sich aufgrund der schlechten Einsehbarkeit der Gelegeposition nicht sagen. Beide Altvögel bedecken abwechselnsd das Gelege und gaben auch heute (28.03.2019) keinen Blick auf die Eier frei.

22. März

Das Warten hat sich gelohnt! Heute Morgen hat Hilde das erste Ei gelegt. Zeitweise ist es von der seitlichen Kastenabdeckug verdeckt, dann sieht man es nicht. Wenn alles gut geht, werden nun im Abstand von 2 Tagen die restlichen Eier folgen. Bei den kalten Nachttemperaturen müssen die beiden die Eier bedecken, damit diese nicht erfrieren. Dabei werden sie aber nur warmgehalten. Gebrütet wird erst ab dem vorletzten Ei.

17. März

Heute Morgen lag eine tote Lachmöwe im Horst, vielleicht ein Geschenk für Hilde. Noch heißt es weiter warten, und noch ist das Zeitfenster für die Eiablage offen.

15. März 2019

So schnell scheint es doch dieses Jahr nicht zu gehen mit der Eiablage. Obwohl man beide oft im Kasen sieht, tut sich noch nichts in puncto Nachwuchs. Auch das typische Mulden schieben und Probesitzen lässt Hilde noch vermissen. Vielleicht müssen sich beide als neues Paar noch mehr aneinander gewöhnen. Was sich außerhalb des Kamerafeldes tut, sieht man eben nicht. Ob es dort zu Kopulationen, Balzfüttern oder sonstigen Liebesbezeugungen kommt, ist nicht bekannt. Aber auch in Ensdorf, wo immer pünktlich am 12.4. ein Ei im Nest lag, ist heuer noch nichts zu sehen. Dort macht sich „Lisa“ sehr rar.

28. Februar 2019

Jetzt sieht man die beiden täglich mehrmals im Kasten, wo sie sich zur Balz treffen. Dann wird es auch nicht mehr lange dauern, bis das erste Ei im Horst liegt. Letztes Jahr um diese Zeit waren die Eier schon gelegt, und es herrschten eisige Temperaturen.

12. Januar 2019

Hin und wieder sieht man sowohl Hilde als auch Heinz am Kasten verweilen. Besuche zusammen sind noch selten.

 

Weitere Fragen an: info@agw-saar.de

Rückschau auf das Tagebuch 2018

Rückschau auf das Tagebuch 2017

Broschüre über die Wanderfalkenbrut 2017

Rückschau auf das Tagebuch 2016

Wer mehr über Wanderfalken wissen möchte findet einiges über Suchmaschinen im Internet oder in der Literatur, bspw:

W. Fischer, „Der Wanderfalk“, Neue Brehmbücherei, 2004
M. Geib, „42 Tage Nestlingszeit, Entwicklungsstadien junger Wanderfalken“, Eigenverlag, 2010
Th. Mebs, „Greifvögel Europas“, Kosmos Verlag, 2014
D. Rockenbauch, „Der Wanderfalke in Deutschland“, Band 1 und 2, Hölzinger Verlag 1998