Strompreisbestandteile

Netzumlagen 2017

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dies allgemeine Informationen sind, die nicht von einer Prüfung des Einzelfalles entbinden.

Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben inzwischen sämtliche Netzumlagen für 2017 offiziell veröffentlicht.
Die Umlagen umfassen die sog. KWK-Umlage, die § 19 StromNEV-Umlage, die Offshore-Umlage und die Umlage für abschaltbare Lasten.
Die bundesweit einheitlichen Werte sind hier in den jeweiligen Abgrenzungen zusammengestellt. Details sind der offiziellen Website der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zu entnehmen (www.netztransparenz.de).

1. KWK-UMLAGE

Für die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zahlen Letztverbraucher eine KWK-Umlage. Diese wurde durch das Änderungsgesetz zum Kraftwärmekopplungsgesetz (KWKG 2016 (neu)), das zum 01. Januar 2017 in Kraft treten wird, in ihrer Systematik verändert.

Für das Jahr 2017 ergibt sich eine KWKG-Umlage als Aufschlag auf die Netzentgelte für alle nicht-privilegierten Letztverbräuche in Höhe von 0,438 ct/kWh. Neu ist, dass eine reduzierte KWK-Umlage im Grunde nur noch den Unternehmen gewährt wird, die auch nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine ermäßigte EEG-Umlage zahlen. So fällt für stromkostenintensive Unternehmen, die über einen Begrenzungsbescheid des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für die EEG-Umlage verfügen, für die erste Gigawattstunde die volle KWK-Umlage an, danach 15% bzw. 20% der KWK-Umlage.

Um die Härte für die bisher privilegierten Unternehmen ohne BAFA-Bescheid zu mildern, gibt es eine Übergangsregelung. Nach dieser zahlen Letztverbraucher, die 2016 an einer Abnahmestelle eine vergünstigte KWK-Umlage nach dem bisherigen KWKG erhalten hätten, für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge in 2017 eine KWK-Umlage von 0,08 ct/kWh (Letztverbrauchsgruppe B‘) bzw. 0,06 ct/kWh (Letztverbrauchsgruppe C‘).

Die KWK-Umlage fällt somit für die verschiedenen Kategorien von Letztverbrauchern wie folgt an:

Tabelle 1: KWK-Aufschläge nach Verbrauchsgruppen gemäß KWKG (ct/kWh)*

 JahrLV-Gruppe A‘LV-Gruppe B‘LV-Gruppe C‘LV-Gruppe EEG/BesAR
 20170,4380,080,0615%/20%**

* Zu beachten ist, dass die Begrenzung der KWKG-Umlage nach den §§ 27 bis 27c KWKG 2016 (neu) erst nach der beihilferechtlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission und nur nach Maßgabe der Genehmigung erfolgen darf.

** s. nachfolgende Erklärung zu „Letztverbrauchsgruppe EEG/ BesAR“

Letztverbrauchsgruppe A‘: Letztverbraucher zahlen für die jeweils ersten 1.000.000 kWh je Abnahmestelle den Umlagesatz für die Letztverbrauchsgruppe A‘.

Letztverbrauchsgruppe B‘: Letztverbraucher, deren Jahresverbrauch an einer Abnahmestelle 1.000.000 kWh übersteigt, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine Umlage von 0,08 ct/kWh. (Übergangsregelung in § 36 Abs. 5 KWKG 2016 (neu))

Letztverbrauchsgruppe C‘: Letztverbraucher, die dem produzierenden Gewerbe, dem schienengebundenen Verkehr oder der Eisenbahninfrastruktur zuzuordnen sind und deren Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr vier Prozent des Umsatzes überstiegen haben, zahlen für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge maximal 0,06 ct/kWh. (Übergangsregelung in § 36 Abs. 5 KWKG 2016 (neu))

Letztverbrauchsgruppe EEG/ BesAR:

Die KWKG-Umlage wird für den Stromanteil wie durch die Besondere Ausgleichsregelung (BesAR) im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)) für über 1 GWh hinausgehende Strombezüge begrenzt auf

a) 15 Prozent der KWKG-Umlage bei Unternehmen, die

aa) einer Branche nach Liste 1 der Anlage 4 EEG 2017 zuzuordnen sind, sofern die Stromkostenintensität mindestens 17 Prozent betragen hat, oder

bb) einer Branche nach Liste 2 der Anlage 4 EEG 2017 zuzuordnen sind, sofern die Stromkostenintensität mindestens 20 Prozent betragen hat, oder

b) 20 Prozent der KWKG-Umlage bei Unternehmen, die einer Branche nach Liste 1 der Anlage 4 zuzuordnen sind, sofern die Stromkostenintensität mindestens 14 Prozent und weniger als 17 Prozent betragen hat.

Insgesamt dürfen aber an allen Abnahmestellen nicht mehr als 4 bzw. 0,5 Prozent der Bruttowertschöpfung anfallen, mindestens jedoch 0,03 ct/kWh.

U.a. für Schienenbahnen und Stromspeicher gelten Sonderumlagen.

Für die auf Grundlage des BAFA-Bescheids ermäßigte KWKG-Umlage erfolgt die Abwicklung der Umlage für diese Letztverbraucher direkt über die ÜNB (§ 27 Abs. 2 KWKG 2016 (neu)).

Für die Letztverbraucher, die eine Begrenzung der KWK-Umlage auf 0,03 Cent je Kilowattstunde (LV-Gruppe C‘) in 2016 in Anspruch genommen haben, die aber die Kriterien der BesAR im EEG nicht erfüllen – also kein BAFA-Bescheid vorliegt oder hätte vorliegen können – wird eine Nachzahlung von 0,026 Cent pro Kilowattstunde fällig bzw. wird die Umlage rückwirkend zum 01. Januar 2016 auf 0,056 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Dieser Fall tritt allerdings nur ein, wenn und soweit die Begünstigung des Letztverbrauchers (sowie der im Sinn der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 mit ihm verbundenen Unternehmen) den Wert von insgesamt 160.000 Euro in den Jahren 2014 bis 2016 übersteigt.

Berechnungsbeispiele:

A) Ein Letztverbraucher hat durch die reduzierte KWKG-Umlage an allen seinen Abnahmestellen in den Jahren 2014 und 2015 jeweils eine Privilegierung von insgesamt 80.000 Euro pro Jahr Euro erhalten. Er muss den Erstattungsbetrag für jede im Jahr 2016 bezogene Kilowattstunde leisten, da der Freibetrag von 160.000 Euro bereits in den Jahren 2014 und 2015 verbraucht worden ist.

B) Ein Letztverbraucher hat in den Jahren 2014 und 2015 durch die reduzierte KWKG-Umlage an allen Abnahmestellen eine Privilegierung von jeweils insgesamt 50.000 Euro pro Jahr erhalten. Er muss erst für die in 2016 bezogenen Strommengen den Erstattungsbetrag leisten, die dazu führen, dass er im Jahre 2016 eine Privilegierung von mehr als 60 000 Euro erhalten hat, da er für das Jahr 2016 noch über einen Freibetrag von 60 000 Euro verfügt, bis die Grenze von Euro 160.000 bezogen auf den Dreijahreszeitraum überschritten ist.

Allgemeine Meldepflicht & Meldepflicht für die Nachzahlung: Letztverbraucher, die zu den Gruppen B‘ und C‘ gehören oder die zu einer Nachzahlung nach § 36 Abs. 1 KWKG 2016 (neu) verpflichtet sind, müssen dem zuständigen Netzbetreiber bis zum 31. März 2017 den im Jahr 2016 aus dem Netz bezogenen und selbstverbrauchten Strom oder Drittmengen sowie das Verhältnis der Stromkosten zum handelsrechtlichen Umsatz melden.

2. § 19 StromNEV-UMLAGE

Unter den Voraussetzungen des § 19 Abs. 2 Satz 1 oder 2 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) haben die Stromnetzbetreiber bestimmten Kunden ein reduziertes individuelles Netzentgelt anzubieten. Die entgangenen Erlöse können die ÜNB als Aufschlag auf die Netzentgelte anteilig auf die Letztverbraucher umlegen. Die Höhe der Umlage für das Jahr 2017 wurde am 25. Oktober 20156auf der gemeinsamen Internetplattform der Übertragungsnetzbetreiber veröffentlicht. Sie beträgt je nach Letztverbrauchsgruppe zwischen 0,025 und 0,388 ct/kWh.

Tabelle 2: §19 StromNEV-Umlage nach Verbrauchsgruppen (ct/kWh)

JahrLV-Gruppe A‘LV-Gruppe B‘LV-Gruppe C‘
2016 0,3780,0500,025
20170,3880,0500,025

Letztverbrauchsgruppe A‘:
Letztverbraucher zahlen für die jeweils ersten 1.000.000 kWh je Abnahmestelle den Umlagesatz für die Letztverbrauchsgruppe A‘.

Letztverbrauchsgruppe B‘:
Letztverbraucher, deren Jahresverbrauch an einer Abnahmestelle 1.000.000 kWh übersteigt, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine maximale § 19 StromNEV-Umlage von 0,05 ct/kWh.

Letztverbrauchsgruppe C‘:
Letztverbraucher, die dem produzierenden Gewerbe, dem schienengebundenen Verkehr oder der Eisenbahninfrastruktur zuzuordnen sind und deren Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr vier Prozent des Umsatzes überstiegen haben, zahlen für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge maximal 0,025 ct/kWh.

3. OFFSHORE-UMLAGE

Gemäß dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) sind die ÜNB gesetzlich verpflichtet, Offshore-Windparks innerhalb ihres Netzgebietes an das Stromnetz an Land anzuschließen. Dabei sind sie nach § 17f EnWG unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt, die Kosten für geleistete Entschädigungszahlungen im Zuge der Anbindung als Aufschlag auf die Netzentgelte gegenüber den Letztverbrauchern geltend zu machen. Im Jahr 2017 beträgt sie -0,028 ct/kWh für Verbräuche unterhalb von 1.000.000 kWh. Für Stromverbräuche, die eine Verbrauchsgrenze von 1.000.000 kWh in diesem Jahr überschreiten, beträgt die Umlage 0,038 ct/kWh. Bei Unternehmen des produzierenden Gewerbes, deren Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr vier Prozent des Umsatzes überstiegen, darf die Umlage für über 1.000.000 kWh hinausgehende Stromlieferungen höchstens 0,025 ct/kWh betragen.

Tabelle 3: Offshore-Umlage gemäß § 17f Abs. 5 des EnWG nach Verbrauchsgruppen (ct/kWh)

JahrLV-Gruppe A‘LV-Gruppe B‘LV-Gruppe C‘
20160,0400,0270,025
2017– 0,0280,0380,025

Letztverbrauchsgruppe A‘:
Letztverbraucher zahlen für die jeweils ersten 1.000.000 kWh je Abnahmestelle den Umlagesatz für die Letztverbrauchsgruppe A.

Letztverbrauchsgruppe B‘:
Letztverbraucher, deren Jahresverbrauch an einer Abnahmestelle 1.000.000 kWh übersteigt, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine max. Umlage von 0,050 ct/kWh.

Letztverbrauchsgruppe C‘:
Letztverbraucher, die dem produzierenden Gewerbe zuzuordnen sind und deren Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr vier Prozent des Umsatzes überstiegen haben, zahlen für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge maximal 0,025 ct/kWh.

4. UMLAGE FÜR ABSCHALTBARE LASTEN

Die Umlage für abschaltbare Lasten wurde erstmals zum 01.01.2014 von Letztverbrauchern erhoben. Die Berechnung der Umlage für 2017 erfolgte auf Basis der prognostizierten Kosten für 2017 einschließlich der Verrechnung eines Guthabens aus der Jahresabrechnung 2015. Die Kostenbasis wurde mit der Regulierungsbehörde (Bundesnetzagentur) abgestimmt.

Tabelle 4: AbLa-Umlage gemäß § 18 AbLaV (ct/kWh)

Verbrauchsmenge
pro Abnahmestelle
ab 1. kWh
 2016 —
 2017 0,006

EEG-Umlage 2017

Die Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW haben am 14. Oktober 2016 die EEG-Umlage für das Jahr 2017 veröffentlicht.

Die EEG-Umlage für nicht privilegierten Letztverbraucherabsatz* beträgt für das Jahr 2017 6,88 ct/kWh.

Damit liegt sie um rund 8,3 Prozent über dem Vorjahresniveau (63,54 €/MWh). Stromkunden müssen voraussichtlich im kommenden Jahr 24,4 Mrd. Euro für die Förderung der Stromerzeugung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz bezahlen.

Tabelle: EEG-Umlage (in €/MWh)

2011201220132014201520162017
 35,3035,9252,7762,4061,7063,5468,80

Berechnung der EEG-Umlage

Für das Jahr 2017 wird prognostiziert, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien-Anlagen weiter deutlich ansteigen wird: Rund 187 TWh werden voraussichtlich im kommenden Jahr produziert, erwartete 11 TWh mehr Strom aus Erneuerbaren Energien als im Vorjahr. Dieser Anstieg wird hauptsächlich durch den Ausbau von Windkapazitäten an Land und auf See sowie Solarenergie und Biomasse getragen.

Abzüglich der prognostizierten Börsenerlöse ergeben sich für das Jahr 2017 voraussichtliche Kosten (Vergütungen an Anlagenbetreiber abzüglich Gegenwert durch Börsenerlöse) in Höhe von ca. 24,4 Mrd. Euro, dies entspricht in der EEG Umlage einem Anteil von etwa 70 €/MWh („Kernumlage“). Davon entfallen rund 26 €/MWh auf Photovoltaik, 18 €/MWh auf Biomasse, 15 €/MWh auf Windenergie auf Land, 9 €/MWh auf Windenergie auf See und 1,4 €/MWh auf sonstige Erneuerbare Energien.

Die Überdeckung des EEG-Kontos beträgt rund 1,9 Mrd. € (Stichtag 30.09.2016) und führt zu einer Minderung der EEG-Umlage in 2017 um 6 €/MWh.

Ein weiterer Umlagebestandteil ist die sogenannte Liquiditätsreserve: Steigende Einspeisung aus erneuerbaren Energien oder eine erhöhte Anzahl an Sonnentagen und windstarken Tage im Jahr können zu erheblichen Schwankungen führen. Eine Liquiditätsreserve in Höhe von 6% wird daher angesetzt, um vorhandene Prognoserisiken bzw. Finanzierungsspitzen, die kumuliert auftreten können, abzumildern. Diese beträgt 2017 rund 4 €/MWh.

Letztverbraucher sind nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet, eine Umlage zu zahlen, um den Ausbau regenerativer Erzeugungskapazitäten aus Windrädern, Solaranlagen oder Biogas-Anlagen zu finanzieren. Die sogenannte EEG-Umlage wird auf den Strompreis aufgeschlagen und richtet sich nach dem Verbrauch.

Weitere Informationen zur EEG-Umlage sind der offiziellen Website der Übertragungsnetz- betreiber unter http://www.netztransparenz.de zu entnehmen.

*Für Strom, der unter die Besondere Ausgleichsregelung nach Erneuerbare Energien-Gesetz fällt, kann das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die EEG-Umlage begrenzen. Wenn diese Ausnahmeregelungen nicht angewendet werden können, wird dies als „nicht priviligierter Letztverbrauch“ bezeichnet.