Strompreisbestandteile

Netzumlagen 2018

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dies allgemeine Informationen sind, die nicht von einer Prüfung des Einzelfalles entbinden.

Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben inzwischen sämtliche Netzumlagen für 2018 offiziell veröffentlicht.
Die Umlagen umfassen die sog. KWK-Umlage, die § 19 StromNEV-Umlage, die Offshore-Umlage und die Umlage für abschaltbare Lasten.
Die bundesweit einheitlichen Werte sind hier in den jeweiligen Abgrenzungen zusammengestellt. Details sind der offiziellen Website der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zu entnehmen (www.netztransparenz.de).

1. KWK-UMLAGE

Für die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zahlen Letztverbraucher eine KWK-Umlage.

Für das Jahr 2018 ergibt sich eine KWKG-Umlage als Aufschlag auf die Netzentgelte für alle nicht-privilegierten Letztverbräuche in Höhe von 0,345 ct/kWh. Eine reduzierte KWK-Umlage wird im Grunde nur noch den Unternehmen gewährt, die auch nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine ermäßigte EEG-Umlage zahlen. So fällt für stromkostenintensive Unternehmen, die über einen Begrenzungsbescheid des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für die EEG-Umlage verfügen, für die erste Gigawattstunde die volle KWK-Umlage an, danach 15% bzw. 20% der KWK-Umlage.

Um die Härte für die bisher privilegierten Unternehmen ohne BAFA-Bescheid zu mildern, gibt es in § 36 Abs. 3 Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) eine Übergangsregelung. Nach dieser zahlen Letztverbraucher, denen 2016 an einer Abnahmestelle eine vergünstigte KWK-Umlage nach dem vorherigen KWKG gewährt worden wäre, für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge in 2018 eine KWK-Umlage von 0,16 ct/kWh (Letztverbrauchsgruppe B‘) bzw. 0,12 ct/kWh (Letztverbrauchsgruppe C‘).

Die KWK-Umlage fällt somit für die verschiedenen Kategorien von Letztverbrauchern wie folgt an:

Tabelle 1: KWK-Aufschläge nach Verbrauchsgruppen gemäß KWKG (ct/kWh)*

 JahrLV-Gruppe A‘LV-Gruppe B‘LV-Gruppe C‘LV-Gruppe EEG/BesAR
20170,4380,080,0615%/20%*
20180,3450,160,1215%/20%*

* s. nachfolgende Erklärung zu „Letztverbrauchsgruppe EEG/ BesAR“

Letztverbrauchsgruppe A‘: Letztverbraucher zahlen für die jeweils ersten 1.000.000 kWh je Abnahmestelle den Umlagesatz für die Letztverbrauchsgruppe A‘.

Letztverbrauchsgruppe B‘: Letztverbraucher, deren Jahresverbrauch an einer Abnahmestelle 1.000.000 kWh übersteigt, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine Umlage von 0,16 ct/kWh. (Übergangsregelung in § 36 Abs. 3 KWKG)

Letztverbrauchsgruppe C‘: Letztverbraucher, die dem produzierenden Gewerbe, dem schienengebundenen Verkehr oder der Eisenbahninfrastruktur zuzuordnen sind und deren Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr vier Prozent des Umsatzes überstiegen haben, zahlen für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge maximal 0,12 ct/kWh. (Übergangsregelung in § 36 Abs. 3 KWKG)

Letztverbrauchsgruppe EEG/ BesAR:

Die KWKG-Umlage wird durch die Besondere Ausgleichsregelung (BesAR) im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)) für über 1 GWh hinausgehende Strombezüge begrenzt auf

a) 15 Prozent der KWKG-Umlage bei Unternehmen, die

aa) einer Branche nach Liste 1 der Anlage 4 EEG 2017 zuzuordnen sind, sofern die Stromkostenintensität mindestens 17 Prozent betragen hat, oder

bb) einer Branche nach Liste 2 der Anlage 4 EEG 2017 zuzuordnen sind, sofern die Stromkostenintensität mindestens 20 Prozent betragen hat, oder

b) 20 Prozent der KWKG-Umlage bei Unternehmen, die einer Branche nach Liste 1 der Anlage 4 zuzuordnen sind, sofern die Stromkostenintensität mindestens 14 Prozent und weniger als 17 Prozent betragen hat.

Insgesamt dürfen aber an allen Abnahmestellen max. 4 Prozent (bzw. bei besonders stromkostenintensiven Unternehmen 0,5%) der Bruttowertschöpfung anfallen, mindestens jedoch 0,03 ct/kWh.

U.a. für Schienenbahnen und Stromspeicher gelten abweichende Bedingungen.

Allgemeine Meldepflicht: Letztverbraucher, die zu den Gruppen B‘ und C‘ gehören, müssen dem zuständigen Netzbetreiber bis zum 31.März 2018 den im Jahr 2017 aus dem Netz bezogenen und selbstverbrauchten Strom oder Drittmengen sowie das Verhältnis der Stromkosten zum handelsrechtlichen Umsatz melden

Letztverbraucher mit BAFA-Bescheid wickeln die Umlagenzahlung für die betroffenen Abnahmestellen direkt mit dem ÜNB und müssen nach § 27 Abs. 3 Satz 1 Ziffer 2 KWKG dem ÜNB bis zum 31. Mai des auf die Begrenzung folgenden Jahres elektronisch den im vorangegangenen Kalenderjahr aus dem Netz bezogenen und selbstverbrauchten Strom sowie an Dritte weitergeleitete Strommengen melden.

2. § 19 StromNEV-UMLAGE

Unter den Voraussetzungen des § 19 Abs. 2 Satz 1 oder 2 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) haben die Stromnetzbetreiber bestimmten Kunden ein reduziertes individuelles Netzentgelt anzubieten. Die entgangenen Erlöse können die ÜNB als Aufschlag auf die Netzentgelte anteilig auf die Letztverbraucher umlegen. Die Höhe der Umlage für das Jahr 2018 beträgt je nach Letztverbrauchsgruppe zwischen 0,025 und 0,370 ct/kWh.

Tabelle 2: §19 StromNEV-Umlage nach Verbrauchsgruppen (ct/kWh)

JahrLV-Gruppe A‘LV-Gruppe B‘LV-Gruppe C‘
2017 0,3880,0500,025
20180,3700,0500,025

Letztverbrauchsgruppe A‘:
Letztverbraucher zahlen für die jeweils ersten 1.000.000 kWh je Abnahmestelle den Umlagesatz für die Letztverbrauchsgruppe A‘.

Letztverbrauchsgruppe B‘:
Letztverbraucher, deren Jahresverbrauch an einer Abnahmestelle 1.000.000 kWh übersteigt, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine maximale § 19 StromNEV-Umlage von 0,05 ct/kWh.

Letztverbrauchsgruppe C‘:
Letztverbraucher, die dem produzierenden Gewerbe, dem schienengebundenen Verkehr oder der Eisenbahninfrastruktur zuzuordnen sind und deren Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr vier Prozent des Umsatzes überstiegen haben, zahlen für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge maximal 0,025 ct/kWh.

3. OFFSHORE-UMLAGE

Gemäß dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) sind die ÜNB gesetzlich verpflichtet, Offshore-Windparks an das Stromnetz an Land anzuschließen. Dabei sind sie nach § 17f EnWG unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt, die Kosten für Entschädigungszahlungen aufgrund einer verspäteten Anbindung als Aufschlag auf die Netzentgelte gegenüber den Letztverbrauchern geltend zu machen. Im Jahr 2018 beträgt dieser Aufschlag, der als Offshore-Umlage bezeichnet wird, 0,037 ct/kWh für Verbräuche unterhalb von 1.000.000 kWh. Für Stromverbräuche, die eine Verbrauchsgrenze von 1.000.000 kWh in diesem Jahr überschreiten, beträgt die Umlage 0,049 ct/kWh. Bei Unternehmen des produzierenden Gewerbes, deren Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr vier Prozent des Umsatzes überstiegen beläuft sich die Umlage für über 1.000.000 kWh hinausgehende Stromlieferungen auf 0,024 ct/kWh.

Durch das im Sommer 2017 beschlossene Netzentgeltmodernisierungsgesetz werden ab 2019 die Anbindungskosten für Offshore-Windparks insgesamt und nicht nur in Entschädigungsfällen in die Offshore-Umlage gewälzt. Dadurch ist für 2019 eine deutlich höhere Umlage zu erwarten. Außerdem wird die Offshore-Umlage dann analog zur EEG- und KWK-Umlage nur für stromkostenintensive Verbraucher mit BAFA-Bescheid begrenzt. Letztverbraucher mit BAFA-Bescheid wickeln dann die Umlagenzahlung und ggf. die daraus resultierenden Meldepflichten, wie heute schon für die EEG- und KWK-Umlage ab 2019 für die betroffenen Abnahmestellen direkt mit dem ÜNB ab. Hierzu werden wir Sie über die dann notwendigen Schritte rechtzeitig informieren.

Tabelle 3: Offshore-Umlage gemäß § 17f Abs. 5 des EnWG nach Verbrauchsgruppen (ct/kWh)

JahrLV-Gruppe A‘LV-Gruppe B‘LV-Gruppe C‘
2017– 0,0280.0380,025
20180,0370,0490,024

Letztverbrauchsgruppe A‘:
Letztverbraucher zahlen für die jeweils ersten 1.000.000 kWh je Abnahmestelle den Umlagesatz für die Letztverbrauchsgruppe A.

Letztverbrauchsgruppe B‘:
Letztverbraucher, deren Jahresverbrauch an einer Abnahmestelle 1.000.000 kWh übersteigt, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine max. Umlage von 0,050 ct/kWh.

Letztverbrauchsgruppe C‘:
Letztverbraucher, die dem produzierenden Gewerbe zuzuordnen sind und deren Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr vier Prozent des Umsatzes überstiegen haben, zahlen für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge maximal 0,025 ct/kWh.

4. UMLAGE FÜR ABSCHALTBARE LASTEN

Die Umlage für abschaltbare Lasten wurde erstmals zum 01.01.2014 von Letztverbrauchern erhoben um die durch die Übertragungsnetzbetreiber gemäß der Verordnung über abschaltbare Lasten (AbLaV) kontrahierten Verbrauchseinheiten zu finanzieren. Die Umlage für 2018 beträgt ab der ersten Kilowattstunde 0,011 ct/kWh. Eine gesonderte Entlastung von Großverbrauchern ist in der Verordnung nicht vorgesehen.

Tabelle 4: AbLa-Umlage gemäß § 18 AbLaV (ct/kWh)

Verbrauchsmenge
pro Abnahmestelle
ab 1. kWh
 20170,006
 20180,011

EEG-Umlage 2018

Die Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW haben am 16 Oktober 2017 die EEG-Umlage für das Jahr 2018 veröffentlicht.

Die EEG-Umlage für nicht privilegierten Letztverbraucherabsatz* beträgt für das Jahr 2018 67,92 €/MWh.

Damit liegt sie um rund 1,3 Prozent unter dem Vorjahreswert (68,80 €/MWh).

Letztverbraucher sind nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet, eine Umlage zu zahlen, um den Ausbau regenerativer Erzeugungskapazitäten wie Windräder, Solar- oder Biogas-Anlagen zu finanzieren. Diese sogenannte EEG-Umlage wird auf den Strompreis aufgeschlagen und richtet sich nach dem Verbrauch.

Tabelle: EEG-Umlage (in €/MWh)

20112012201320142015201620172018
35,3035,9252,7762,4061,7063,5468,8067,92

Berechnung der EEG-Umlage

Für das Jahr 2018 wird prognostiziert, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien-Anlagen weiter deutlich ansteigen wird: Rund 204 TWh werden voraussichtlich im kommenden Jahr produziert, erwartete 17 TWh mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg wird hauptsächlich durch den Ausbau von Windkapazitäten an Land und auf See getragen.

Ein weiterer Umlagebestandteil ist die sogenannte Liquiditätsreserve: Steigende Einspeisung aus erneuerbaren Energien oder eine erhöhte Anzahl an Sonnentagen und windstarken Tage im Jahr können zu erheblichen Schwankungen der Ausgaben führen. Eine Liquiditätsreserve in Höhe von 6% wird daher angesetzt, um vorhandene Prognoserisiken bzw. Finanzierungsspitzen, die kumuliert auftreten können, abzumildern. Diese beträgt 2018 rund 4 €/MWh.

Letztverbraucher sind nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet, eine Umlage zu zahlen, um den Ausbau regenerativer Erzeugungskapazitäten aus Windrädern, Solaranlagen oder Biogas-Anlagen zu finanzieren. Die sogenannte EEG-Umlage wird auf den Strompreis aufgeschlagen und richtet sich nach dem Verbrauch.

Weitere Informationen zur EEG-Umlage sind der offiziellen Website der Übertragungsnetz- betreiber unter http://www.netztransparenz.de zu entnehmen.

*Für Strom, der unter die Besondere Ausgleichsregelung nach Erneuerbare Energien-Gesetz fällt, kann das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die EEG-Umlage begrenzen. Wenn diese Ausnahmeregelungen nicht angewendet werden können, wird dies als „nicht priviligierter Letztverbrauch“ bezeichnet.