Energiepreisbestandteile

STROMPREISBESTANDTEILE

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dies allgemeine Informationen sind, die nicht von einer Prüfung des Einzelfalles entbinden.

Die vier Übertragungsnetzbetreiber („ÜNB“) 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben inzwischen sämtliche Umlagen auf den Strompreis für das Jahr 2021 veröffentlicht.

Die Umlagen umfassen die sog. KWK-Umlage, die § 19 StromNEV-Umlage, die Offshore-Netzumlage, die Umlage für abschaltbare Lasten und die EEG-Umlage.

Bitte beachten Sie, dass dies allgemeine Informationen sind, die nicht von einer Prüfung des Einzelfalls entbinden. 

1. Stromsteuer

Die Stromsteuer ist eine bundesgesetzlich geregelte Verbrauchssteuer und entsteht, vorbehaltlich eines Tatbestands der Steuerbefreiung, durch Entnahme von Strom aus dem Leitungsnetz durch Letztverbraucher, § 5 Absatz 1 StromStG. Der Versorger ist in diesem Fall verpflichtet die entsprechenden Steuerbeträge abzuführen.

Die Stromsteuer beträgt im Jahr 2021 20,50 €/MWh.

Tabelle 1: Stromsteuer gemäß StromStG (ct/kWh)

Verbrauchsmenge
pro Abnahmestelle
je kWh
20202,05
20212,05


2. KWK-Umlage

Für die Förderung von Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erfolgt ein Aufschlag auf die Netzentgelte in Form der sog. KWK-Umlage.

Für das Jahr 2021 ergibt sich für alle nicht-privilegierten Letztverbräuche eine KWK-Umlage in Höhe von 0,254 ct/kWh.

Tabelle 2: KWK-Umlage gemäß KWKG (ct/kWh)

Verbrauchsmenge
pro Abnahmestelle
je kWh
20200,226
20210,254

Nähere Informationen zur Besonderen Ausgleichsregelung für bestimmte Letztverbrauchergruppen und Meldepflichten erhalten Sie unter 7.

3. § 19 StromNEV-Umlage

Unter den Voraussetzungen des § 19 Abs. 2 Satz 1 oder 2 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) haben die Stromnetzbetreiber bestimmten Kunden ein reduziertes individuelles Netzentgelt anzubieten. Die entgangenen Erlöse können die ÜNB als Aufschlag auf die Netzentgelte anteilig umlegen.

Die Höhe der Umlage für das Jahr 2021 beträgt zwischen 0,025 und 0,432 ct/kWh.

Die Eingruppierung der Letztverbrauchergruppen erfolgt anhand der Verbrauchsmenge und des Tätigkeitsfeldes.

Tabelle 3: §19 StromNEV-Umlage nach Verbrauchsgruppen (ct/kWh)

JahrLV-Gruppe A‘LV-Gruppe B‘LV-Gruppe C‘
20200,3580,0500,025
20210,4320,0500,025

Letztverbrauchsgruppe A‘: Letztverbraucher zahlen für die jeweils ersten 1.000.000 kWh je Abnahmestelle den Umlagesatz für die Letztverbrauchsgruppe A‘.

Letztverbrauchsgruppe B‘: Letztverbraucher, deren Jahresverbrauch an einer Abnahmestelle 1.000.000 kWh übersteigt, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine maximale § 19 StromNEV-Umlage von 0,05 ct/kWh.

Letztverbrauchsgruppe C‘: Letztverbraucher, die dem produzierenden Gewerbe, dem schienengebundenen Verkehr oder der Eisenbahninfrastruktur zuzuordnen sind und deren Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr vier Prozent des Umsatzes überstiegen haben, zahlen für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge maximal 0,025 ct/kWh.

Allgemeine Meldepflicht: Letztverbraucher, die zu den Gruppen B‘ und C‘ gehören, müssen dem zuständigen Netzbetreiber bis zum 31. März 2021 den im Jahr 2020 aus dem Netz bezogenen und selbstverbrauchten Strom oder Drittmengen sowie das Verhältnis der Stromkosten zum handelsrechtlichen Umsatz melden.

4. Offshore-Netzumlage

Gemäß dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) sind die ÜNB gesetzlich verpflichtet, Offshore-Windparks an das Stromnetz an Land anzuschließen. Dabei sind sie nach § 17f EnWG berechtigt, die Kosten als Aufschlag auf die Netzentgelte geltend zu machen.

Im Jahr 2021 beträgt die Offshore-Netzumlage für den nicht-privilegierten Letztverbrauch 0,416 ct/kWh.

Tabelle 4: Offshore-Netz-Umlage gemäß § 17f EnWG (ct/kWh)

Verbrauchsmenge
pro Abnahmestelle
je kWh
20200,416
20210,395

Nähere Informationen zur Besonderen Ausgleichsregelung für bestimmte Letztverbrauchergruppen und Meldepflichten erhalten Sie unter 7.

5. Umlage für Abschaltbare Lasten

Die Umlage für abschaltbare Lasten wurde erstmals zum 01.01.2014 von Letztverbrauchern erhoben, um die durch die Übertragungsnetzbetreiber gemäß der Verordnung über abschaltbare Lasten (AbLaV) kontrahierten Verbrauchseinheiten zu finanzieren. Eine gesonderte Entlastung von Großverbrauchern ist in der Verordnung nicht vorgesehen.

Die Umlage für 2021 beträgt ab der ersten Kilowattstunde 0,009 ct/kWh.

Tabelle 5: AbLa-Umlage gemäß § 18 AbLaV (ct/kWh)

Verbrauchsmenge
pro Abnahmestelle
je kWh
20200,007
20210,009

6. EEG-Umlage

Zur Finanzierung der Förderung regenerativer Erzeugungskapazitäten, etwa Windräder, Solaranlagen oder Biogas-Anlagen sind die ÜNB berechtigt Ersatz der ihnen aus der Förderung entstandenen Kosten zu verlangen. Die sogenannte EEG-Umlage wird auf den Strompreis aufgeschlagen und richtet sich nach dem individuellen Verbrauch.

Die EEG-Umlage für nicht-privilegierten Letztverbrauch beträgt für das Jahr 2021: 6,5 ct/kWh.

Tabelle 6: EEG-Umlage gemäß EEG 2017 (ct/kWh)

Verbrauchsmenge
pro Abnahmestelle
je kWh
20206,756
20216,5

Nähere Informationen zur Besonderen Ausgleichsregelung für bestimmte Letztverbrauchergruppen und Meldepflichten erhalten Sie unter 7.

7. Besondere Ausgleichsregelung der KWK- Offshore-Netz- und EEG-Umlage

Die KWK-Umlage (1.), die Offshore-Netzumlage (3.), sowie die EEG-Umlage (5.) unterliegen dem gleichmäßigen System der besonderen Ausgleichsregelung der §§ 63 ff EEG 2017.

Diese Umlagen werden für über 1 GWh hinausgehende Stromverbrauchsmengen  begrenzt auf

  • 15% der Umlagen bei Unternehmen, die
    • aa) einer Branche nach Liste 1 der Anlage 4 EEG 2017 zuzuordnen sind, sofern die Stromkostenintensität mindestens 17 Prozent betragen hat, oder
    • bb) einer Branche nach Liste 2 der Anlage 4 EEG 2017 zuzuordnen sind, sofern die Stromkostenintensität mindestens 20 Prozent betragen hat, oder
  • 20 % der Umlagen bei Unternehmen, die einer Branche nach Liste 1 der Anlage 4 zuzuordnen sind, sofern die Stromkostenintensität mindestens 14 Prozent und weniger als 17 Prozent betragen hat.

Insgesamt dürfen aber an allen Abnahmestellen maximal 4 Prozent (bzw. bei besonders stromkostenintensiven Unternehmen 0,5 Prozent) der Bruttowertschöpfung anfallen, mindestens sind jedoch 0,05 ct/kWh, im Fall der KWK-Umlage 0,03 ct/kWh, zu zahlen.

Antrag sowie Nachweis vorbeschriebener und weiterer Voraussetzungen, etwa den Betrieb eines Systems zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie der Gesamtbezug der Strommengen der letzten drei Geschäftsjahre, sind von dem jeweiligen Unternehmen bis zum 30.06.2021 über das vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eingerichtete elektronische Portal ‚ELAN-K2‘ einzureichen.

Diese Begrenzung der Umlagen kann indes nur nach Erlass eines beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu beantragenden Bescheids erfolgen.

Bitte beachten Sie, dass dies allgemeine Informationen sind, die nicht von einer Prüfung des Einzelfalls entbinden.

GASPREISBESTANDTEILE

1. Energiesteuer

Durch die Entnahme von Erdgas aus dem Leitungsnetz zum Verbrauch entsteht die Energiesteuer gemäß § 38 Abs. 1 EnergieStG. Diese Energiesteuer ist stets vom Lieferer im Sinne des § 38 Abs. 2 EnergieStG abzuführen. Im Falle der Belieferung eines Endverbrauchers mit Erdgas durch die Energie SaarLorLux hat diese den entsprechenden Steuerbetrag abzuführen.
Dies gilt vorbehaltlich eines Verfahrens der Steuerbefreiung nach § 44 EnergieStG oder sonstiger Steuerbefreiungstatbestände.

Die Energiesteuer auf Erdgas beträgt verwendungsabhängig zwischen 5,50 und 13,90 €/MWh

VerwendungszweckSteuertarif je MWh
Verheizen oder Antrieb in begünstigten Anlagen, §§ 3, 3a EnergieStG5,50 €
sonstige Verwendung bis 31.12.202313,90 €

2. Kosten für Erwerb und Abgabe von Emissionszertifikaten nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG)

Zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele, nicht zuletzt des Ziels der Treibhausgasneutralität im Jahr 2050 sowie der Verbesserung der Energieeffizienz erfolgt ab dem Jahr 2021 eine Bepreisung von bislang nicht bepreisten Emissionen aus der Verfeuerung fossiler Brennstoffe in den Bereichen Wärme und Verkehr nach Maßgabe des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG). Ziel des Gesetzes ist es Anreize zu setzen, den Verbrauch dieser Brennstoffe zu senken, um so die Klimabelastungen zu reduzieren. Betroffene Brennstoffe nach dem Gesetz sind u.a. Erdgas, Flüssiggas, Heizöl und Kohle.

Die Berechnung der Kosten für Erwerb und Abgabe von Emissionszertifikaten nach dem BEHG erfolgt nach Maßgabe der Berechnungsmethoden der Emissionsberichterstattungsverordnung 2022 (EBeV 2022), in Verbindung mit den in den Jahren 2021-2025 festgelegten und jährlich steigenden Zertifikatspreisen nach § 10 Abs. 2 BEHG.

Die Berechnung folgt dabei nachstehender Formel:

PZErdgas =  F x PZZertifikat

Hierbei bedeuten die in vorgenannter Formel enthaltenen Variablen:

PZErdgas = Kosten für Emissionszertifikate gemäß BEHG pro Megawattstunde Erdgas (in EUR/MWh)

F          = spezifischer brennwertbezogener CO2 Emissionsfaktor von Erdgas (in t CO2/MWh) berechnet gemäß  Anlage 1 EBeV 2022. (Die Erläuterung in nachfolgender Berechnung aufgeführter Variablen entnehmen Sie bitte der EBeV 2022)
( F = Umrechnungsfaktor * Hi * EF = 3,2508 GJ/MWh * 1 GJ/GJ * 0,056 t CO2/GJ = 0,182 t CO2/MWh) .

PZZertifikat = Festpreis pro Emissionszertifikat (in EUR/Emissionszertifikat = EUR/t CO2) im betreffenden Jahr gemäß § 10 Absatz 2 BEHG.

Für das Jahr 2021 beträgt der Festpreis gemäß § 10 Absatz 2 BEHG (PZZertifikat) 25 EUR/t CO2, der spezifische brennwertbezogene CO2 Emissionsfaktor von Erdgas 0,182 t CO2/MWhHs.

 Damit betragen die Kosten für Emissionszertifikate gemäß BEHG im Jahr 2021:

PZErdgas 0,182 t CO2/MWhHs x 25 EUR/t CO2  = 4,55 EUR/MWhHs

Für das Jahr 2021 ergeben sich hieraus erstmals Kosten nach dem BEHG in Höhe von 0,455 ct/kWhHs.

Bitte beachten Sie, dass dies allgemeine Informationen sind, die nicht von einer Prüfung des Einzelfalls entbinden.

Von vorgehender Darstellung ausgenommen sind die Energiepreisbestandteile der Entgelte für Netz- und Messstellenbetrieb sowie der Konzessionsabgabe, welche sich stets ortsabhängig nach der Einwohnerzahl der örtlichen Gemeinde, der Zuständigkeit des örtlichen Netzbetreibers und der Wahl des zuständigen Messstellenbetreibers richten.