Neuer Beobachtungspunkt für Wanderfalken

09.04.2015

Kamera am Schornstein des Heizkraftwerks Römerbrücke erlaubt Blick auf streng geschützte Tierart

Ab dem 10. April 2015 wird das Heizkraftwerk Römerbrücke der Energie SaarLorLux zum neuen Beobachtungspunkt für Wanderfalken im Saarland. Hierfür installierte der Saarbrücker Energieversorger eine Kamera an der Nisthilfe des Falken. Die Bilder werden allen Interessierten auf der Internetseite des Unternehmens unter www.energie-saarlorlux.com/falke zur Verfügung gestellt. Mit einer Bildfolge von 2 Sekunden pro Bild können Vogelliebhaber live studieren, wie der Wanderfalke dort derzeit vier Eier ausbrütet.

„Der Wanderfalke ist ein seltener Greifvogel und bei uns nicht oft zu beobachten. Er ist der größte heimische Falke und wird bis zu 45 cm groß, wobei die Weibchen in der Regel deutlich größer sind als die Männchen. Er ist der schnellste Vogel der Welt. Wir freuen uns, durch die neue Falkenkamera am Kamin des Heizkraftwerkes detaillierte Beobachtungen und Erkenntnisse über die Entwicklung und das Brutverhalten des streng geschützten Wanderfalken gewinnen zu können“, erläutert Dr. Ralf Kohl, 1. Vorsitzender der Ortsgruppe Saarbrücken des Naturschutzbundes Saarland e.V.

Die Nisthilfe für den Wanderfalken wurde bereits im Jahr 1993 installiert und im vergangenen Jahr generalüberholt. Sie befindet sich ungefähr auf halber Höhe des Kamins (67 m) und ist von der Ostspange aus gut zu sehen. Das künstliche Nest aus Edelstahl bietet dem Wanderfalken Schutz vor Wind und Regen, sowie beste Sicht-, Start- und Landebedingungen zu den angrenzenden Daarler Wiesen, die ein reichhaltiges Nahrungsangebot für die Falken bereithalten.

Sowohl die Anbringung der Nisthilfe als auch die Beleuchtung des Schornsteins wurde von Energie SaarLorLux in enger Abstimmung mit den Experten des Naturschutzbundes durchgeführt. So ist sichergestellt, dass zum Einen das Nist- und Brutverhalten der seltenen Vögel optimal unterstützt wird zum Anderen aber auch Störungen durch Lichteinfall in den Kasten minimiert werden.

„Zusammen mit dem Naturschutzbund wollen wir die Ansiedelung der  Wanderfalken im Saarland unterstützen“, erläutert Dr. Jochen Starke, Vorstandsvorsitzender der Energie SaarLorLux. „Damit übernehmen wir auch Verantwortung für den Artenschutz in unserer Region.“

„In den 60-er und 70-er Jahren war der Wanderfalken im Saarland – wie in vielen Teilen Mitteleuropas –  fast ausgestorben. Ursache war die Kontamination mit Giften aus der Landwirtschaft – hier in vorderster Linie das inzwischen verbotene DDT. Mit Beginn der 90-er Jahre begann der Bestand sich langsam zu erholen, und auch im Saarland ist der  Wanderfalke inzwischen wieder zurückgekehrt. Nicht zuletzt verdankt er dies den Möglichkeiten an Industriegebäuden in künstlichen Nisthilfen zu brüten. Natürliche Nistplätze sind durch Industrialisierung, Erschließungsmaßnahmen und Freizeitdruck rar geworden. Derzeit leben im Saarland wieder 15 Paare“, beschreibt Marion Geib, Sprecherin der NABU-Arbeitsgruppe Wanderfalkenschutz im Saarland die Situation. Nähere Informationen zum Wanderfalken und zu der Arbeit der NABU-Gruppe findet man unter www.agw-saar.de